Hyperbaustelle

Zukunft bauen

Donnerstag, 02. Dezember 2010 von urb

Ernst Bloch interpretierte die Architektur als Produktionsversuch menschlicher Heimat, die moderne Baukunst als Traum von Klarheit, der die Gefahr der Entinnerlichung und Hohlheit mit sich bringt. Unter dem Motto »Architektur ist Utopie« versammelt studio3 einige intensivierende architektonische Konzepte, eingebettet über die Scribd-Plattform, hochgeladen von cmd.estoc.

Mobile Architektur von Yona Friedmann

Mobile Architektur über der Seine von Yona Friedmann

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Herbstlicher Hypertext

Mittwoch, 01. Dezember 2010 von urb

Die Hyperbaustelle ist im Herbst umgezogen, wie die Betreiber. Die Menge der Beiträge ging deshalb zurück, die Zugriffsstatistik aber weiter nach oben. Der erste Rückblick seit Juli umfasst philosophische An- und politische Erregungen. Und ein sich immer besser auch in Kommentaren entfaltendes Tagebuch 2110.

Tim Berners-Lee

1989 schlug Tim Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte. Hieraus entstand das WWW.

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2110 – Entlobbyfizierung

Samstag, 20. November 2010 von nov

nov, 20. November 2110

Gloria sagte heute zu mir, sie sei nach der Entlobbyfizierung regelrecht aufgeblüht. Als damals einem letzten Vertreter einer hartnäckigen politischen Partei in einem basisdemokratischen Übungscamp die Machtflausen ausgetrieben worden waren und sie wusste, dass von nun an jede Abstimmung über das Terminal eine Konsequenz haben würde, da hätte sie eigentlich erst zu leben begonnen. Auch war sie von Anfang an von der Idee begeistert, dass Cypols, diese braven Politroboter, über die Auswertung der Abstimmungen wachen und ihre Umsetzung garantieren. Zu wissen, dass kein Betrug mehr möglich sei, mache es ihr leicht, sich der Mehrheit zu beugen, falls diese anders als sie selbst denke. Endlich seien diese politischen Relikte, vom Gottesurteil über die Parteien bis hin zum Personenkult, vom Tisch. »Es soll Leute geben, die die Abstimmungen und Cypols hacken und manipulieren«, bemerkte ich. Ein Miesmacher sei ich, meinte sie, überhaupt triebe ich mich zerebral zu viel in der Vergangenheit herum.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

src = Utopie?

Dienstag, 16. November 2010 von urb

Für Webpioniere war der Hypertext eine Utopie der subjektiven Verknüpfungen. Weil alles mit allem verbunden werden kann. Weil die Herkunft des einzelnen Textelements (der Autor) in großen Netzcollagen ins Schweben gerät. Ist dieses Attest in einem auf Vermarktung abzielenden Umfeld eigentlich gerechtfertigt? Bedenkzeit auf der Hyperbaustelle.


Der Lyrikdienst von Martin Auer liefert mit jedem Reload der Seite einen neuen Haiku per Zufallsgenerator. Ein schöner Kontrast: Mitten im globalen Hypertext wählt Auer diese vollkommen in sich ruhende Form.

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Top 10 – Tagebuch 2110

Dienstag, 09. November 2010 von urb

Auf Wunsch von Paul die Top Ten des Tagebuchs 2110/2109 von nov: von Viren, die das Sprachzentrum ummodeln, von Kindern, die nicht mehr geboren werden, von Helden der geschichtlichen Antikonsum-Bewegung, von der Angst vor dem Kommunikationsausschluss,  von Sportausübung als Kriegsersatz, vom Denken in Schwärmen, von Handwerks- und Politikrobotern, vom Ausschalten des Internet und Fichtenbestands, von der Spaltung des Menschen in seine Hologramme.

Da waren wir doch schon einmal ... Ruinen offenbaren die Vergangenheit in der Zukunft.

Da waren wir doch schon einmal ... Ruinen offenbaren die Vergangenheit in der Zukunft.

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2110 – Zeitmaschine

Montag, 08. November 2010 von nov

nov, 9. November 2110

Eine Sprache wie ein Akkord, ein Vielklang an Informationen, gesättigt mit dem, was war und werden werden wird und demnach ist. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nicht geschieden in der neuen Art des Denkens, das wir mit elektronischer Unterstützung lernen. Eine Frage des Speicherns, weiter nichts, und dann die Explosion von Möglichkeiten: Je polyvalenter das Gehirn, desto weniger spielen Zeit und Raum in ihrer linearen Form eine Rolle.

Wir müssen unsere Körper nicht mittels Maschinen durch Raum oder Zeit karren. Wir sind die Maschine selbst und bislang nur durch Vorurteile an eine physische Existenz gekettet. Das kollektive Gedächtnis fließt in uns. Der Raum krümmt sich, wenn wir die Informationen umverteilen. Wir bewegen uns ohne Zeitverlust in viele Richtungen. Wir sind in mehreren Lebensaltern gleichzeitig präsent, entdecken als Vertreter der Renaissance die Natur und träumen uns als Romantiker in die Weltseele.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Wer ist schon integriert?

Freitag, 05. November 2010 von urb

Herr S. und seine Namensvettern haben altehrwürdige Forderungen salonfähig gemacht und sämtliche Interessensgruppen dazu eingeladen, am lustigen Auszählspiel mitzuwirken. Alle wollen, dass alle raus sollen! Darauf läuft es hinaus. Denn nur die vollkommene Vereinzelung ist gelungene Integration.

Negerlein

Bekanntlich bleibt keiner übrig bei der Geschichte - ist das gelungene Integration?

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Überlagerte Schirme

Donnerstag, 04. November 2010 von urb

Philip K. Dicks Werk ist von einer zentralen Gedankenfigur beherrscht: der Überlagerung. Unsere Wahrnehmungen überlagern sich auf verschiedenen Schirmen und zeigen, wie wenig integer unsere gängigen Realitätsschichten sind, dass wir permanent manipuliert werden und dass sich das Eine besonders im Anderen versteckt.

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Selbstverleugnungskarriereberatung

Mittwoch, 20. Oktober 2010 von urb

Das Karriereratgeber-Geschwafel ist kaum mehr zu ertragen.  Das Geschäft mit den Minderwertigkeitskomplexen der Mehrheit wird ganz nach dem Motto betrieben: Verleugne und verlerne dich und dann sei, wie du bist. Genau so sieht Entfremdung aus, die mir wesentlich mehr Angst macht als Überfremdung!

Karriere

Eine Karriere sollte nicht so verlaufen - gefunden bei klemmbrett.net.

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2110 – Die Schlange

Montag, 13. September 2010 von nov

nov, 13. September 2110

Bin heute Nacht nach einem aberwitzigen Traum aufgewacht. Ich träumte von einer Schlange, die vor einem Laden stand, eine saubere Ordnung, eine Versuchung, Ordnung hinter menschlichem Handeln wahrzunehmen.

Unsere Aufgabe war es, Schlange zu stehen. Sich widerstandslos einer Ordnung zu überlassen. Die möglicherweise nur ein Reflex war. Zu warten. Unseren Vordermann zu beneiden. Oder zu bedauern. Zu hoffen. Zu zweifeln. Und den Laden langsam zu etwas Überirdischem werden zu lassen.

Was gibt uns Hoffnung, nach dem Eintreten in den Laden auch tatsächlich bedient zu werden? Einen Gegenwert für die gesammelten Rabattmarken zu erhalten? Und wie wird dieser aussehen? Wird die Realität schrecklicher sein, als wir es uns vorstellen können, weil wir bekommen, was wir wünschten? Oder weil wir nichts bekommen? Oder etwas ganz Idiotisches, wie so oft zu Weihnachten.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Spielkunst im Pionierstil

Donnerstag, 09. September 2010 von urb

Wie schön waren die Pionierzeiten des Computerspiels! Und wie schön ist es, dass manche dieser Spiele dank der Animationskunst von Guillaume Reymond neu “besetzt” werden konnten. Seine menschlichen Tetrisblöcke durften selbst entscheiden, wo und wie sie sich platzieren. Und Zeit dafür hatten sie auch, von Bild zu Bild, von Sitz zu Sitz.

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Top 10 – August 2010

Dienstag, 07. September 2010 von urb

Statt einer Monatszusammenfassung liefere ich diesmal die Top 10 der Hyperbaustelle, die am meisten abgerufenen Beiträge mit Stand 31. August 2010. Unangefochtener Spitzenreiter, obwohl erst seit Mai im Netz, ist »Die empathische Zivilisation« über das gleichnamige Buch von Jeremy Rifkin.

Jeremy Rifkin

Jeremy Rifkin macht die Milleniumsgeneration zum Hoffungsträger, ihr dramaturgisches Bewusstsein und ihre theatralische Ich-Konstruktion zur Keimzelle der dritten industriellen Revolution.

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