Hyperbaustelle

2112 – Hand in Hand Kopf und Hand

Mittwoch, 08. Februar 2012 von nov

nov, 8. Februar 2112

Wir sind alle Politiker, Bauern, Elektroniker, Handwerker und Künstler in Personalunion. Jeder Mensch lebt alle diese Bestandteile, nicht als Monade, sondern im sozialen Netzwerk. Das ist vielleicht die kulturelle Leistung seit dem Wiederaufbau. Die mystische vom alten Marx aufgestellte Formel, dass aus der Trennung von Hand- und Kopfarbeit nur falsches Bewusstsein entstehen könne, ist damit aufgehoben.

Niemand muss unentwegt kreativ sein, nichts als Hausarbeit verrichten, permanent Leute überzeugen und gewinnen oder Pflanzen züchten und ernten. Nein, wir existieren in einem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen allen diesen Tätigkeiten. Wir denken auf der Basis unserer körperlichen Gegegebenheiten. Jeder Gedanke und jedes Gesetz atmet die Erfahrung täglicher Arbeit. Und die von uns gemalten Bilder geben uns die Kontur, die wir zum Überleben brauchen. Aber auch heute gibt es Sklaven: Maschinen, die wir aus Humanitätsgründen nicht mit Intelligenz und Empfindungen ausgestattet haben.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Marx hätte besser nicht Recht …

Dienstag, 07. Februar 2012 von urb

Vor einiger Zeit besuchte ich eine Veranstaltung, auf der Fritz Reheis sein Buch “Wo Marx Recht hat” vorstellte. Anhand von 12 Thesen zeigte er, welche ökonomischen Entwicklungen Marx antizipiert hatte. Diese Thesen über Marx bzw. von Marx schieben den Vorhang unseres Verblendungszusammenhangs einen Augenblick beiseite. Es wird deutlich, wie fremd die Welt, in der wir leben, eigentlich ist.

Marx was right; Flickr-Fotostream von "the justified sinner"

(weiterlesen …)

Zelebrales Theater

Dienstag, 20. Dezember 2011 von urb

Der Philosoph Thomas Metzinger legte 2009 ein interessantes Buch zur Neurophilosophie vor. Die menschliche Existenz erscheint darin als Ego-Tunnel, im Wesentlichen als eine Bühne, auf der das Gehirn Regie führt. Irgendwie spukt hier Schopenhauer in der Theatermaschinerie – einige Punkte, die mir trotz aller Überzeugungskraft des Buches nicht einleuchten wollen.

(weiterlesen …)

Utopistik der Ökonomie (Teil 2)

Sonntag, 09. Januar 2011 von urb

Kann Praxisphilosophie ein alternatives Zukunftskonzept liefern? Horst Müller zeigt, wo die Hebel für eine Transformation der Gesellschaft angesetzt werden können und welche Rolle Sozialwirtschaft und Sozialstaatlichkeit dabei spielen.

Wir arbeiten, um zu leben: Ökonomie sollte für die Menschen gemacht sein; Foto: Domnik

Wir arbeiten, um zu leben: Ökonomie sollte für die Menschen gemacht sein; Foto: Domnik

(weiterlesen …)

Utopistik der Ökonomie (Teil 1)

Sonntag, 02. Januar 2011 von urb

Philosophie sollte Praxisbezug besitzen und bloße Kritik überschreiten. Horst Müller widmet sich seit vielen Jahren einer utopischen Ausrichtung der politischen Ökonomie, um zu zeigen, wie eine Systemalternative zum Kapitalismus ausschauen könnte.

Eine humane Ökonomie ist für den Menschen gemacht. Foto: Domnik

Wir arbeiten, um zu leben: Ökonomie sollte für die Menschen gemacht sein; Foto: Domnik

(weiterlesen …)

Herbstlicher Hypertext

Mittwoch, 01. Dezember 2010 von urb

Die Hyperbaustelle ist im Herbst umgezogen, wie die Betreiber. Die Menge der Beiträge ging deshalb zurück, die Zugriffsstatistik aber weiter nach oben. Der erste Rückblick seit Juli umfasst philosophische An- und politische Erregungen. Und ein sich immer besser auch in Kommentaren entfaltendes Tagebuch 2110.

Tim Berners-Lee

1989 schlug Tim Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN ein Projekt vor, das auf dem Prinzip des Hypertexts beruhte und den weltweiten Austausch sowie die Aktualisierung von Informationen zwischen Wissenschaftlern vereinfachen sollte. Hieraus entstand das WWW.

(weiterlesen …)

Slavoy Zizek und die liberale Utopie

Montag, 06. September 2010 von urb

Mit seinem Buch »Auf verlorenem Posten« liefert der slowenische Philosoph und Psychoanalytiker ein kritisches Bild des Kapitalismus und der liberalen Utopie, die so freiheitlich und offen daherkommt, aber im Grunde das perfideste Stück Ideologie ist, dem sich die Menschheit bislang untergeordnet hat.

Slavoy Zizek

Der Philosoph und Psychoanalytiker Slavoy Zizek ist ein leidenschaftlicher Kritiker des Kapitalismus.

(weiterlesen …)

2110 – Vom Ende der Geschichte

Donnerstag, 02. September 2010 von nov

nov, 2. September 2110

Manche Menschen leben immer noch in der Annahme, wir befänden uns bereits jenseits des Endes der Geschichte, eine alte US-amerikanische Zwangsvorstellung. Geschichte ist aber kein Organismus, der unabhängig vom Menschen wächst und neben ihm einfach sterben kann. Wir haben gerade erst gelernt, dass wir Geschichte gestalten können, und schon wollen wir sie wieder verabschieden. Als ob wir Angst davor hätten, einen Plan zu haben …

Warum haben wir unserer Epoche keinen Namen mehr gegeben? Oder so viele, dass die Benennung keinen Sinn mehr ergab? Post… Post… Post… Post… Angekommen in einem Nirvana, das scheinbar eine Zeit ohne uns selbst imaginiert. Die Welt, wie sie wäre, wenn es keinen Menschen mehr gäbe, aber ein Subjekt, das diese menschenleere Welt beobachten kann. Die eigene Beerdigung, der man selbst beiwohnt. Die Apokalypse, die man im Restaurant am Ende des Universums genießt – ein spätbürgerlicher Selbstüberschreitungsversuch.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Demokratie ist keine Tatsache – Oskar Negt

Dienstag, 31. August 2010 von urb

Der Tod der Utopien hat uns den Tatsachenmenschen in die Hände gespielt. So meldet sich der Philosoph Oskar Negt mit einem aufklärerischen Bekenntnis zu Wort. Auf Spiegel online betont er die Wichtigkeit des fortwährenden Lernens von Demokratie und hat große Resonanz im Netz. Aber was kann Aufklärung noch ausrichten, wenn sie nicht handeln darf?

Oskar Negt, deutscher Sozialphilosoph, führender Denker der Kritischen Theorie und einige Zeit auch Berater von Kanzlerkandidat Schröder

Oskar Negt, deutscher Sozialphilosoph, führender Denker der Kritischen Theorie und einige Zeit auch Berater von Kanzlerkandidat Schröder; Foto von www.litera-hannover.de

(weiterlesen …)

2110 – Getragen, nicht erblickt

Freitag, 06. August 2010 von nov

nov, 7. August 2110

Habe mir ein uraltes Buch geladen: die Essais von Montaigne – Versuche eines Einzelnen, über sich und seine Zeit nachzudenken. Ich bin über die Seltsamkeit dieser Ausführungen verwundert, aber tief beeindruckt. »Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen.« Ich werde mit niemandem über diese Gedanken reden können. Denn es gibt keine Schiene, auf der sie in ein öffentliches Bewusstsein einfahren könnten.

Themen und Diskussionen werden heute, wie wohl auch schon zu früheren Zeiten, von Schwärmen getragen – breite Zusammenschlüsse über die Kommunikationskanäle, kreisende Erregungen. Man fügt sich ein und wird von einer Umgebungslogik erfasst, bei der man mitschwimmt, als handele man nach einer inneren Eingebung. Alles wird getragen, aber nicht erblickt, wie es Montaigne von seinem Turmzimmer aus wohl getan hat.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Bloch – 125 Jahre oft im Abseits

Sonntag, 25. Juli 2010 von urb

Am 8. Juli 2010 wäre Ernst Bloch, der Denker des Noch-nicht und der konkreten Utopie, 125 Jahre alt geworden. Anlässlich des Jubiläums wird an den ein wenig in Vergessenheit geratenen Ketzer erinnert: ein Interview, zwei Bände ausgewählter Schriften, eine Bildmonografie, ein Zukunftssymposium und ein Wörterbuch.

Der Philosoph Ernst Bloch; Foto: urb

(weiterlesen …)

Juni-Passion

Sonntag, 04. Juli 2010 von urb

Während die Welt nach Südafrika schaut und großzügig über die Bannmeilen und Geschäftemachereien der Fifa hinwegsieht, sickert das Sparpaket der schwarz-gelben Koalition langsam in die Duldsamkeit der Deutschen. Als Gegengewicht wurde auf der Hyperbaustelle der französische Philosoph Alain Badiou vorgestellt, der sich von einer Passion, Erkenntnisse in die Realität umzusetzen, leiten lässt. Eine antikommerzielle Einstellung beseelt auch den Jazzmusiker Steve Coleman, der seine Alben kostenlos zum Download anbietet.

Torjubel

(weiterlesen …)

Werkzeuge

Rubriken

 

RSS-Feed abonnieren   Follow urb2_0 on Twitter
 
  Follow urb20 on Friendfeed
 
  urb on Facebook
 

Letzte Kommentare

Stichwörter

 
View my FriendFeed
 

Beiträge

Mai 2013
M D M D F S S
« Feb    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Benutzer

 

© urb – Powered by WordPress – Design: Vlad (aka Perun)