Hyperbaustelle

2111 – Ein neues Jahr

nov, 5. Januar 2111

Was wird die Zukunft bringen? Eine Frage, die der Jahreswechsel seit Jahrtausenden in uns auslöst. Wenn die Computer Zahlen umstellen und die Nacht am tiefsten ist, brennen wir ein Neuronen-Feuerwerk in unseren Köpfen ab. Eigenartig, weil doch die Zukunft das ganze Jahr über auf dem Spiel steht. Früher nannte man den letzten Tag des Jahres Silvester und praktizierte die seltsamsten Bräuche: Blei gießen, Briefkästen mit Böllern sprengen, Linsensuppe essen, sich auf die Rücken schlagen oder rote Unterwäsche tragen.

Aber dieses historische Fundstück legt Zeugnis über den bei weitem seltsamsten Brauch ab: »Es entschwindet das alte Jahr. / Die Kinder und der Karpfen sind gar. / Es wird gespeist.// Und wenn die Kannibalen dann satt sind,/ Besoffen und überfressen, ganz matt sind,/ Dann denken sie der geschlachteten Kleinen/ Mit Wehmut und fangen dann an zu weinen.« Tja, Menschenfresser waren eben auch nur Menschen.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 05. Januar 2011 um 10:28 Uhr von nov veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Tagebuch 2115 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Kommentare »

  1. Ringelnatz für gesättigte, griechische Heimkehrer – leicht wie Federn.

    War einmal ein Bumerang:
    War ein Weniges zu lang.
    Bumerang flog ein Stück,
    Aber kam nicht mehr zurück.
    Publikum – noch stundenlang –
    Wartete auf Bumerang.

    Comment: karpathos – 11. Januar 2011 @ 08:39

  2. Wenn wir schon bei Rigelnatzgedichten als wirksame Waffe gegen die Neujahrssentimentalität sind, dann dieses:

    Ein Glückwunsch ging ins neue Jahr,
    Ins Heute aus dem Gestern.
    Man hörte ihn sylvestern.
    Er war sich aber selbst nicht klar,
    Wie eigentlich sein Hergang war
    Und ob ihn die Vergangenheit
    Bewegte oder neue Zeit.
    Doch brachte er sich dar, und zwar
    Undeutlich und verlegen.

    Weil man ihn nicht so ganz verstand,
    So drückte man sich froh die Hand
    Und nahm ihn gern entgegen.

    Comment: paul – 11. Januar 2011 @ 15:04

  3. Dann schreib ich mein Lieblingsringelnatzgedicht auch noch dazu:

    Ein männlicher Briefmark erlebte
    Was Schönes, bevor er klebte.
    Er war von einer Prinzessin beleckt.
    Da war die Liebe in ihm erweckt.

    Er wollte sie wiederküssen,
    Da hat er verreisen müssen.
    So liebte er sie vergebens.
    Das ist die Tragik des Lebens!

    Comment: urb – 11. Januar 2011 @ 15:30

  4. Mich wundert es, dass es so viele Ringelnatzfans gibt! Aber gut so! Den Glückunsch, Paul, halte ich fast für programmmatisch für das Tagebuch hier: “Und ob ihn die Vergangenheit / Bewegte oder neue Zeit.” Das wäre doch ein gutes Motto für die Hyperbaustelle.

    Comment: nov – 31. Januar 2011 @ 17:23

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