Der Tod der Utopien hat uns den Tatsachenmenschen in die Hände gespielt. So meldet sich der Philosoph Oskar Negt mit einem aufklärerischen Bekenntnis zu Wort. Auf Spiegel online betont er die Wichtigkeit des fortwährenden Lernens von Demokratie und hat große Resonanz im Netz. Aber was kann Aufklärung noch ausrichten, wenn sie nicht handeln darf?
Oskar Negt, deutscher Sozialphilosoph, führender Denker der Kritischen Theorie und einige Zeit auch Berater von Kanzlerkandidat Schröder; Foto von www.litera-hannover.de
Hoffnung ist das zentrale Wort im Sprachschatz utopischer Denkungsarten – um so schöner klingt es auf Indonesisch, seit es ein Stück Regenwald in Sumatra bezeichnet, das von einer großen Koalition aus internationalen Verbänden geschützt wird. Sie traten 2007 auf den Plan, um die Hoffnung konkret werden zu lassen.
In Deutschland kommt der französische Philosoph Alain Badiou, wie seiner Zeit der Dekonstruktivismus, verspätet zur Wirkung. Er geht frei mit Denktraditionen um, hält am Projekt des neuen Menschen fest und erkennt das Politische als etwas, das in der Politik nicht mehr vertreten ist. Für ihn ist Kommunikation ohne progressive Leidenschaft und Zug zur Handlung ein Instrument für die Zementierung von Missständen.
Was sich Schwarz-Gelb derzeit leistet, lässt utopisches Gedankengut nur mittels komplizierter dialektischer Operationen bewahren. Die Verabschiedung des Sozialstaats bringt einen stattdessen dem Amoklauf ein wesentliches Stück näher. Aber Moment mal: Wir sind doch das Volk, oder nicht?
Michael Douglas in Falling down - ein Amoklauf der Filmgeschichte, der schockiert, aber leider auch irgendwie nachvollziehbar ist.
Marc-Uwe Kling hat recht – noch denken die meisten, sie könnten durch Trittbrettfahren und Anpassung persönlichen Erfolg sichern. Dass wir mit unseren Denk- und Wirtschaftsweisen an natürliche Schranken stoßen, ist anscheinend den wenigstens bewusst. Opportunismus sollte mittlerweile zu den Todsünden gerechnet werden.
Es ist eine besondere Form von Hygiene, sich von Hagen Rether den Kopf waschen zu lassen. Was die machen, alles rauskriegen und was er sich aufregt, das erfährt man von ihm einen ganzen langen Abend gut getaktet, vertont und im wahrsten Sinne des Wortes reinigend.
Ein Denker, der Regierungen und Konzerne berät und trotzdem subversiv und kreativ weiterdenkt? Auf Jeremy Rifkin trifft das zu. Der amerikanische Soziologe, Ökonom und Gründer der Foundation on Economic Trends hat die Lizenz zum Abwatschen und fordert nun ein völlig neues und empathisches Denken, um unseren Planeten vor dem Untergang zu retten. Ein Buchtipp für Utopisten.
Statistisch gesehen können selbst Krisen und Katastrophen beherrschbar wirken. Hoffen wir also, dass der Heilige Geist zu Pfingsten über uns kommt und wir der Politik des Zauderns und der Landflucht gehörig den Marsch blasen können.
Blasen alle in das gleiche Horn? Das der Schweizer ist immer etwas gleicher: stabiler Franken, Neutralität und Steuerparadies.
Die SPD kapiert es einfach nicht: Die Wähler wollen auch in NRW kein Rot-Grün ohne eine kleine Gewichtsverlagerung in den linken Ausleger. Die Alternative, eine große Koalition am Ende mit Rüttgers als Ministerpräsidenten, würde das Schiff des Bürgervertrauens endgültig versenken.
Das Boot im Gleichgewicht halten, ab in den Ausleger ...
Fonsi unterbricht Rede und Rolle beim Aschermittwoch der Kabarettisten, wirft seinen Hut und seine Jacke hin und spricht als Christian Springer zu Guido Westerwelle, der ihm allen Spaß am Derblecken von anderen Politikern genommen hat. Dank Lorenzo gibt es das Video jetzt auf Youtube und hier eingebunden:
Sorry, aber ich kannte sie noch nicht, die Rob Vegas-Show, und ich kann ihrem zuckersüßen Zynismus nicht widerstehen. Der aus Oerlinghausen bei Bielefeld stammende Robert Michel hat sich bei Twitter ein halbes Jahr lang erfolgreich als Harald Schmidt ausgegeben und nahm bei Maybrit Illner Angela Merkel ein Steuerversprechen ab. Und jetzt das:
Keine Zeit ist zu verlieren, wenn bis zum Jahr 2015 Weltarmut und auf sie zurückzuführende Missstände halbiert werden sollen. Die Kampagne NoTimeLeft erinnert mit 8 Kurzfilmen von 8 namhaften Regisseurinnen und Regisseuren daran, dass noch viel auf den Weg zu bringen ist, wenn die Millenniumsentwicklungsziele auch nur annähernd erreicht werden sollen.