Die Welt hält sich bei 6,0 Prozent Arbeitslosigkeit, in Europa steigt sie deutlich an. 2010 waren 45 Millionen Menschen in Europa ohne Job. Nur Deutschland und Österreich widersetzen sich dem Trend und bilden eine Insel der glückseligen Highend-Billigjobber. Schließlich gab es seit Einführung des Euros kaum mehr seriöse Lohn-/Gehaltserhöhungen. Unsere Arbeitskraft hat sich im Wert halbiert, auch wenn viele von uns mehr arbeiten als je zuvor.
Die FDP treibt im eigenen blinden Fleck. Frühkindliches scheint immer wieder in ihr hochzukochen. Umso weniger überrascht die Identifikation Brüderles mit Winnetou: Auch Karl Mays Schriften sind Ausgeburten einer verdrängten, scheinbar jugendfreien Sexualphantasie und billig konstruierter Sozialromantik.
Winnetou und Old Shatterhand - das Traumpaar der 60er-Jahre.
Niemand behauptet, dass Fernsehen der Information dient. Aber muss man gleich Feierabend-Parallelwelten aufbauen, die aus der Restwelt herausgestanzt werden? So empörte sich Wolff-Christoph Fuss, Kommentator des Championsleaguespiels Piräus gegen Dortmund, über die sozialen Umstände in Griechenland, die einen vielversprechenden Fußballabend verhagelten.
Das ist keine politische Frage. Keine psychologische. Sondern eine Kapazitätsfrage. Über Dinge nachzudenken, kann sehr anstrengend sein, wenn man aus verschiedenen Gründen täglich gefordert ist. Durch Arbeiten. Verwalten. Erziehen. Betreuen. Bewegen. Erholen. Kommunizieren. Konsumieren. Wo bleibt dabei das Bloggen?
Steht der Kanal? Moderne Kommunikationsmittel haben ihre Tücken. Foto: urb
Wie sind Sie über den Winter gekommen? Wo doch Naturereignisse wie Guttenberge und Westerwellen auf der Strecke geblieben sind! Auf der Hyperbaustelle konnte man merken, dass viele Leute statt im Winterschlaf zu erstarren mit Leidenschaft über alternative Gesellschaftsentwürfe nachdenken. Meinen Dank nochmals an Susanne Wiest, Horst Müller, Ernolf, Thorsten, Bibi, Kathrin, Abu Selma, Paul, vip, the Mule, Gloria, Constanze Kurz, die Blogosphäre, die KTG beerdigt hat, und allen Wählern, die die FDP nicht gewählt haben.
Kartoffelsalat - Bakteriennährboden und Sinnbild für die FDP
Eine Werbung vom Münchner Merkur höre ich fast jeden Morgen im Radio. Sie behandelt die wirklich wichtigen Stationen im Leben eines Bundesbürgers: der erste Kuss, das erste Auto, das zweite Auto, das dritte Auto, nach weiterer Werbung das vierte und fünfte … Ich kann diese bescheuerten “Marketingfahrlässigkeiten” einfach nicht mehr hören!
Das Auto sollte als Statussymbol längst ausgedient haben - die IAA beweist alljährlich das Gegenteil.
Was ist dran an KT Guttenberg, dass ihn die »Bild« zu ihrem Hauptpotentaten macht? Richtig! Wie das Massenmedium kommt er beim Volke an, und das praktisch bar jeder Inhalte und Fachkompetenz. Längst vom hohen Moralross abgestiegen, frage ich mich: Wie will jemand, der beim Informationsmanagement einer Doktorarbeit versagt, ein Ministerium leiten?
Jede Partei hat ein Modell und dem Kinde einen anderen Namen gegeben: Die Lösung liegt scheinbar auf der Hand, aber keiner kommt aus den Startlöchern. Die SPD hat das Grundeinkommen als negative Einkommenssteuer konzipiert. Falls es jemand noch nicht kennt – hier zur Veranschaulichung ein kleines Rechenbeispiel.
Ist eine Kapitaltransfersteuer sinnvoll? Durch sie könnten beispielsweise die größeren oder kapitalintensiveren Betriebe nicht automatisch günstiger produzieren. Die Sozial- und Kulturwirtschaft ließe sich durch sie stärken. Was denkt ihr darüber? Gebt hier eure Stimme ab!
Der Berliner Literaturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl fasst zusammen, was längst allen klar sein sollte: Sein neues Buch »Das Gespenst des Kapitals« verweist auf die Irrationalität der kapitalistischen Ökonomie.
Eine kurze Notiz zum Unwort des Jahres: Die Wahl zeigt, dass die Ideenlosigkeit der Regierung allgemein wahrgenommen wird, sich sogar durch rhetorische Missgriffe in die Ranglisten bringt. Damit stützt die Jury der Gfds im Grunde das Motto der Hyperbaustelle: Das Prinzip des utopischen Denkens besteht nämlich gerade darin, Alternativen wahrzunehmen, die latent vorhanden sind, unterminiert oder an den Rand gedrängt wurden.
Ein Mann wird schwer verwundet ins Krankenhaus eingeliefert: der unheilvolle Beginn einer Schuldenkarriere oder Geisterexistenz im Illegalen. Das im ZDF-Doku-Drama entworfene Zukunftsszenario ist deshalb so bedrückend, weil es so nahe liegt und beschriebene Tendenzen längst auszumachen sind. Ein Beleg dafür, dass es sich lohnt, über die Zukunft Gedanken zu machen.
Sophie Schäfer schwebt durch Höllenberg; Aufstand der Jungen, ZDF