Hyperbaustelle

2110 – Getragen, nicht erblickt

Freitag, 06. August 2010 von nov

nov, 7. August 2110

Habe mir ein uraltes Buch geladen: die Essais von Montaigne – Versuche eines Einzelnen, über sich und seine Zeit nachzudenken. Ich bin über die Seltsamkeit dieser Ausführungen verwundert, aber tief beeindruckt. »Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen.« Ich werde mit niemandem über diese Gedanken reden können. Denn es gibt keine Schiene, auf der sie in ein öffentliches Bewusstsein einfahren könnten.

Themen und Diskussionen werden heute, wie wohl auch schon zu früheren Zeiten, von Schwärmen getragen – breite Zusammenschlüsse über die Kommunikationskanäle, kreisende Erregungen. Man fügt sich ein und wird von einer Umgebungslogik erfasst, bei der man mitschwimmt, als handele man nach einer inneren Eingebung. Alles wird getragen, aber nicht erblickt, wie es Montaigne von seinem Turmzimmer aus wohl getan hat.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Geräuscharme Hirne

Dienstag, 26. Januar 2010 von urb

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Aber was ist das, ein Wille?  Neurophilosophie-Prof Metzinger weiß nicht, wie viel dieser wiegt und welche Farbe er hat. Und von Freiheit ganz zu schweigen. Denn diese ist ein Geräusch ohne Bedeutung, eine Halluzination unserer fremdbestimmten grauen Masse. Aber was ist das Fremde, das uns bestimmt? Der Wissenschaftler mit seiner Elektrode in unserem Sprachzentrum?

Bildgebende Verfahren entdecken die defekte Großhirnrinde.

Bildgebende Verfahren entdecken die defekte Großhirnrinde.

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Dezember-Bilanz?

Sonntag, 03. Januar 2010 von urb

Im Dezember dämmerte die Hyperbaustelle etwas vor sich hin, obwohl es an Ideen nicht mangelte. Aber mit Gelassenheit erwartet man den Morgen, wie die Generation StefanSusanne bewiesen hat. Tagebucheinträge aus dem 22. Jahrhundert spielten mit möglichen Entwicklungen des Netzes. Dass man die Wege in die Zukunft nicht kennen, sondern finden muss, ist eine »kluge« Variante der konkreten Utopie.

Zukunft ist Dämmerung nach vorn (Ernst Bloch); Foto: urb

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