Hyperbaustelle

Rifkin kollaboriert mit Europa

Donnerstag, 16. Februar 2012 von urb

Jeremy Rifkin setzt seine Parteinahme für Europa fort und ruft die dritte industrielle Revolution aus. Sein Buch über die  Zukunft der Wirtschaft nach dem Atomzeitalter beschwört die Chancen, die aus dem Geist der Kollaboration heraus entstehen könnten. Eine neue Form der Humanität sieht er vor allem in Europa im Entstehen begriffen, aus dem Zusammendenken von Internet-Vernetzung und Green Energy.

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2112 – Hand in Hand Kopf und Hand

Mittwoch, 08. Februar 2012 von nov

nov, 8. Februar 2112

Wir sind alle Politiker, Bauern, Elektroniker, Handwerker und Künstler in Personalunion. Jeder Mensch lebt alle diese Bestandteile, nicht als Monade, sondern im sozialen Netzwerk. Das ist vielleicht die kulturelle Leistung seit dem Wiederaufbau. Die mystische vom alten Marx aufgestellte Formel, dass aus der Trennung von Hand- und Kopfarbeit nur falsches Bewusstsein entstehen könne, ist damit aufgehoben.

Niemand muss unentwegt kreativ sein, nichts als Hausarbeit verrichten, permanent Leute überzeugen und gewinnen oder Pflanzen züchten und ernten. Nein, wir existieren in einem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen allen diesen Tätigkeiten. Wir denken auf der Basis unserer körperlichen Gegegebenheiten. Jeder Gedanke und jedes Gesetz atmet die Erfahrung täglicher Arbeit. Und die von uns gemalten Bilder geben uns die Kontur, die wir zum Überleben brauchen. Aber auch heute gibt es Sklaven: Maschinen, die wir aus Humanitätsgründen nicht mit Intelligenz und Empfindungen ausgestattet haben.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Marx hätte besser nicht Recht …

Dienstag, 07. Februar 2012 von urb

Vor einiger Zeit besuchte ich eine Veranstaltung, auf der Fritz Reheis sein Buch “Wo Marx Recht hat” vorstellte. Anhand von 12 Thesen zeigte er, welche ökonomischen Entwicklungen Marx antizipiert hatte. Diese Thesen über Marx bzw. von Marx schieben den Vorhang unseres Verblendungszusammenhangs einen Augenblick beiseite. Es wird deutlich, wie fremd die Welt, in der wir leben, eigentlich ist.

Marx was right; Flickr-Fotostream von "the justified sinner"

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übermorgen.tv

Freitag, 27. Januar 2012 von urb

Eine kleine Verbeugung vor Mario Sixtus, nachdem ich mir sein übermorgen.tv endlich genauer angeschaut habe. Die Perspektive auf das Netz, die Sixtus in die Zukunft hochrechnet und satirisch überhöht, lässt Gefahren und Hoffnungen gegenwärtiger Trends erkennen. Nicht selten werden neue, aus ihnen resultierende Krankheiten beschrieben. Was beispielsweise, wenn man nur noch in Livestreams anderer existiert? Wenn uns künftig Robot-Content überschwemmt? Oder wenn man für Anonymität im Netz bezahlen muss?

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Working poor

Dienstag, 24. Januar 2012 von urb

Die Welt hält sich bei 6,0 Prozent Arbeitslosigkeit, in Europa steigt sie deutlich an. 2010 waren 45 Millionen Menschen in Europa ohne Job. Nur Deutschland und Österreich widersetzen sich dem Trend und bilden eine Insel der glückseligen Highend-Billigjobber. Schließlich gab es seit Einführung des Euros kaum mehr seriöse Lohn-/Gehaltserhöhungen. Unsere Arbeitskraft hat sich im Wert halbiert, auch wenn viele von uns mehr arbeiten als je zuvor.

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2111 – Plattenwechsel

Freitag, 30. Dezember 2011 von nov

nov, 30. Dezember 2111

Was wird aus meinen Daten, wenn ich einmal nicht mehr bin? Eine Frage, die sich mir am Ende jedes Jahres stellt. Wie oft haben meine digitalen Habseligkeiten schon die Festplatten und Wolken gewechselt, und immer noch stehen sie mir zur Verfügung. Natürlich nur insofern ich mich an etwas mehr oder weniger Bestimmtes erinnern kann, und mir ein Suchwort einfällt, es zu bergen.

Was haben die virtuellen Selbsterweiterungen aus mir gemacht? Einen Such- und Sicherungsimpuls? Einen Kontrollwunsch, der sich mittels elektronischer Prothesen durch sein digitales Reich bewegt?

Werde ich in diesen Daten weiterleben? Sind sie – ähnlich wie in der Ergebnisliste einer großen Suchmaschine – eine Spiegelung, die es noch gibt, auch wenn das Originaldokument bereits gelöscht wurde? Und was heißt Löschen in einer Zeit, in der aus DNA oder Speicherzelle doch alles wieder restauriert werden kann?

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Zelebrales Theater

Dienstag, 20. Dezember 2011 von urb

Der Philosoph Thomas Metzinger legte 2009 ein interessantes Buch zur Neurophilosophie vor. Die menschliche Existenz erscheint darin als Ego-Tunnel, im Wesentlichen als eine Bühne, auf der das Gehirn Regie führt. Irgendwie spukt hier Schopenhauer in der Theatermaschinerie – einige Punkte, die mir trotz aller Überzeugungskraft des Buches nicht einleuchten wollen.

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Brüderle, komm Punkt Punkt Punkt

Dienstag, 22. November 2011 von urb

Die FDP treibt im eigenen blinden Fleck. Frühkindliches scheint immer wieder in ihr hochzukochen. Umso weniger überrascht die Identifikation Brüderles mit Winnetou: Auch Karl Mays Schriften sind Ausgeburten einer verdrängten, scheinbar jugendfreien Sexualphantasie und billig konstruierter Sozialromantik.

Winnetou und Old Shatterhand - das Traumpaar der 60er-Jahre.

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Feierabendparallelwelt Fußball

Donnerstag, 10. November 2011 von urb

Niemand behauptet, dass Fernsehen der Information dient. Aber muss man gleich Feierabend-Parallelwelten aufbauen, die aus der Restwelt herausgestanzt werden? So empörte sich Wolff-Christoph Fuss, Kommentator des Championsleaguespiels Piräus gegen Dortmund, über die sozialen Umstände in Griechenland, die einen vielversprechenden Fußballabend verhagelten.

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2111 – Ausstieg aus der Geldwirtschaft

Mittwoch, 09. November 2011 von nov

nov, 9. November 2111

Alle dachten damals, dass nach Griechenland Spanien und Italien aus der Eurozone ausscheiden würden. Nein, Großbritannien war es, ein vollkommen marodes Staatsgefüge, das trotz aller Ausbeutung nicht mehr aufrecht zu erhalten war. Die Briten versuchten zwar noch lange die Schuld an Frankreich und Deutschland weiterzugeben. Aber sie wurden vom Zusammenbruch der Londoner Börse überrascht. Wie nur konnten sie ein Haushaltsdefizit von über zehn Prozent so lange verbergen? Wie komme ich gerade drauf? Am 11.11. vor 100 Jahren fing nicht nur der Karneval an, sondern auch der Ausstieg aus der Geldwirtschaft, der dem deutschen Beschluss zum Ausstieg aus der Atomwirtschaft auf den Fuß folgte, aber sich wie dieser noch 50 Jahre hinzog und so manchen Billionen-Schein als Ofenanzünder wirksam werden ließ. Und die Ersparnisse und Lebensversicherungen der Leute? Irgendwo irrlichtern sie in den internationalen Glasfaser-Backbones hin und her, Schätze, die wohl nie mehr zu heben oder so unberechenbar wie ein neuer deus absconditus sind.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Wie viel Meinung kann ich mir leisten?

Samstag, 05. November 2011 von urb

Das ist keine politische Frage. Keine psychologische. Sondern eine Kapazitätsfrage. Über Dinge nachzudenken, kann sehr anstrengend sein, wenn man aus verschiedenen Gründen täglich gefordert ist. Durch Arbeiten. Verwalten. Erziehen. Betreuen. Bewegen. Erholen. Kommunizieren. Konsumieren. Wo bleibt dabei das Bloggen?

Marodes Telefon in Griechenland

Steht der Kanal? Moderne Kommunikationsmittel haben ihre Tücken. Foto: urb

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2111 – Heilplasma

Sonntag, 29. Mai 2011 von nov

nov, 29. Mai 2111

Gerade bin ich aus der Plasmadusche gestiegen. Mich plagten Infektionen der Atemwege und eine Verletzung, die ich mir bei einer Reparatur der Kloake zugezogen hatte. Ein Aufenthalt im vierten Aggregatzustand der Materie ist heilsam. In diesem können wir Zusammensetzung und Reaktionsweise der Teilchen besser organisieren als in Luft oder Wasser. Die Elektronen und Radikale sorgen für eine nachhaltige Abtötung schädlicher Bakterien und Viren, mit Duftmolekülen geben wir uns einen guten Geruch, und manche behaupten, die Haut würde unter der Plasmadusche mehr Widerstandfähigkeit gegen die Sonnenstrahlen gewinnen. Im Plasmazustand gibt es nichts, wie es ansonsten unter Bedingungen unseres Planeten vorkommt. Die Zusammensetzung der Teilchen ist virtuell. Ihre Wirkung auf den menschlichen Körper ist zu messen, also nicht nur im Sinne positiver Gedanken zu verstehen. Aber fast möchte man sagen, im Plasma findet der Mensch einen ihm angemessenen Regenerationsraum, eine zweite Natur, die ihn vollkommen angenommen hat.

To be continued …

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