Hyperbaustelle

Erneut im Mai

Montag, 31. Mai 2010 von urb

Im Mittelpunkt des Baustellenmais stand neben der Landtagswahl in NRW das Buch des Visionärs Jeremy Rifkin über die Möglichkeit einer empathischen Zivilisation, dessen Lektüre ich wärmstens empfehle. Warum Netzkultur zerstreuend, inzestuös und utopisch zugleich ist, hat mich auch im vergangenen Fliedermonat beschäftigt, ebenso die Poesie der Statistik und die moralische Anstalt des Kabaretts, diesmal am Beispiel Hagen Rethers. Nov fürchtete die entfesselten Riesen der nicht regenerativen Energiegewinnung und die postchristliche Exkommunikation.

Flieder

Foto: Nina

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Keiner wäscht reiner – Hagen Rether

Freitag, 28. Mai 2010 von urb

Es ist eine besondere Form von Hygiene, sich von Hagen Rether den Kopf waschen zu lassen. Was die machen, alles rauskriegen und was er sich aufregt, das erfährt man von ihm einen ganzen langen Abend gut getaktet, vertont und im wahrsten Sinne des Wortes reinigend.

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2110 – Exkommuniziert?

Mittwoch, 26. Mai 2010 von nov

nov, 26. Mai 2110

Tatsächlich ist die Exkommunikation die schwerste Strafe, die einen Menschen heute treffen kann – der Ausschluss von der Teilnahme an allen unseren Kommunikationsmitteln, die Sperrung des Netzzugangs, die Verweigerung des Logins und der Robotersteuerung. Eine Exkommunikation bedeutet die Vernichtung der globalen Identität, den Entzug des Wissens, das Ende des Austauschs, den Verlust jeder Operabilität, Orientierung und Teilhabe.

Mir ist allerdings niemand bekannt, der exkommuniziert wurde, weder aus der realen noch aus der virtuellen Welt. Vermutlich dient diese Vorstellung einer postchristlichen Hölle nur der Abschreckung. Tatsächlich ist Kommunikation in unseren Tagen eine religiöse Handlung geworden. Beichten nehmen wir uns in unseren Blogs, Foren und Chatrooms sub rosa gegenseitig ab. Wie im historischen Beichtstuhl sehen wir unserem Beichtvater nicht direkt ins Gesicht und erhalten das Bußsakrament durchs digitale Gitter.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Die empathische Zivilisation

Sonntag, 23. Mai 2010 von urb

Ein Denker, der Regierungen und Konzerne berät und trotzdem subversiv und kreativ weiterdenkt? Auf Jeremy Rifkin trifft das zu. Der amerikanische Soziologe, Ökonom und Gründer der Foundation on Economic Trends hat die Lizenz zum Abwatschen und fordert nun ein völlig neues und empathisches Denken, um unseren Planeten vor dem Untergang zu retten. Ein Buchtipp für Utopisten.

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Ab in die Schweiz? Poetische Pfingststatistik

Freitag, 21. Mai 2010 von urb

Statistisch gesehen können selbst Krisen und Katastrophen beherrschbar wirken. Hoffen wir also, dass der Heilige Geist zu Pfingsten über uns kommt und wir der Politik des Zauderns und der Landflucht gehörig den Marsch blasen können.

Blasen alle in das gleiche Horn? Das der Schweizer ist immer etwas gleicher: stabiler Franken, Neutralität und Steuerparadies.

Blasen alle in das gleiche Horn? Das der Schweizer ist immer etwas gleicher: stabiler Franken, Neutralität und Steuerparadies.

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2110 – Traumfabrik

Mittwoch, 19. Mai 2010 von nov

nov, 19. Mai 2110

Ein Mann bewegt sich in einer Steppenlandschaft auf eine Felsgruppe zu. Er verlangsamt sein Tempo auch kurz vor dem Felsen nicht. Bevor er aufläuft, öffnet sich der Stein. Der Mann geht hinein, der Fels verschließt ihn in sich. Eine Frau steht vor einem großen blühenden Kastanienbaum, das Licht trifft so auf die Blätter, dass sie die Frau spiegeln. Sie steht vor einem riesigen Mosaik aus sich selbst. Sie spricht durch dieses und mit der Stimme des Windes zu den Menschen, die auf den Feldern der Ebene arbeiten.

Diese Szenen stammen aus einem Film aus unserer Region, den ich mir gestern angeschaut habe. Die Filme unserer Zeit sind alle vollkommen synthetisch hergestellt – perfekte Technobilder ohne eine echte Außenaufnahme und ohne Schauspieler. Je virtueller ihre Herstellungsweise desto mehr beschäftigen sie sich mit der Natur und der Eingebundenheit des Menschen in sie. Verschmelzungen und Dialoge mit der Natur kennzeichnen unsere Traumfabrik.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Netzkultur – Utopie oder Inzest?

Montag, 17. Mai 2010 von urb

Hier ein Fundstückchen, da eins – im Netz sind fleißige Sammler unterwegs. Ihre elektronischen Briefmarkenalben sind hübsch anzuschauen, durchaus geistreich und mit seltenen Stücken veredelt. Aber allzu oft täuscht das bunte Spektrum kosmetisch über die Tatsache hinweg, dass es an Aussagen mangelt und das Netz sich an zahlreichen Stellen einfach reproduziert. So kann man unter der Make-up-Schicht der Aktualität alles oder nichts in der Netzkultur finden – oft auch leider letzteres.

Frank Westphal, der Macher des News-Aggregators Rivva

Frank Westphal, der Macher des News-Aggregators Rivva, möchte den anschwellenden Informationsfluss im Web durch eine Frank-Schirrmacher-Maschine bändigen, die umso besser wird, je länger man sie benutzt.

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2110 – Märchenunhold Makler

Dienstag, 11. Mai 2010 von nov

nov, 11. Mai 2110

Werte sind immer mit anderen Menschen verbunden. Es gibt sie nicht abgelöst davon. Alles gehört uns gemeinsam. Wir kommunizieren immer offen, weil es nichts gibt, was wir zurückhalten müssten. Wir bezahlen mit unserer Zeit, mit unseren Wissen und unseren Fertigkeiten, und wie die Menschen aller Zeitalter, am Ende mit dem Leben. In den Märchen fürchten unsere Kinder vor allem die finstere Figur des Börsenmaklers, obwohl sie sein hauptsächlich gebrauchtes Wort nicht verstehen: kaufen.

Wozu gab es früher eine Branche, die mit einem abstrakten Zahlungsmittel handelte? Und nicht nur das: Ihre im Grunde völlig überflüssigen Agenten machten die Ströme dieser Fetische zum eigentlichen Inhalt und lösten sie immer weiter vom Menschen und seinen Bedürfnissen ab. Warum gab es in diesem System vor allem negative Werte? Wieso verursachten Menschen sogenannte Schulden, sobald sie nur existierten? Warum rentierte man sich einfach nicht, ebensowenig sinnvolle Arbeiten? Was heißt, Zocken war Herrschaftswissen?

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Husch, husch in den linken Ausleger!

Montag, 10. Mai 2010 von urb

Die SPD kapiert es einfach nicht: Die Wähler wollen auch in NRW kein Rot-Grün ohne eine kleine Gewichtsverlagerung in den linken Ausleger. Die Alternative, eine große Koalition am Ende mit Rüttgers als Ministerpräsidenten, würde das Schiff des Bürgervertrauens endgültig versenken.

Das Boot im Gleichgewicht halten, ab in den Ausleger ...

Das Boot im Gleichgewicht halten, ab in den Ausleger ...

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2110 – Entfesselte Riesen

Freitag, 07. Mai 2010 von nov

nov, 7. Mai 2110

Seit einer Stunde fahre ich durch eine höchst eintönige Landschaft: Wie eine Plantage Schultafeln reichen die Solaranlagen bis an den Horizont. Wir haben unsere Lektion gelernt: Energiequellen sind umso effektiver, je umweltschonender und risikoloser Energie gewonnen werden kann. Denn häufig genügte ein einziger Unfall, in einem Kernkraftwerk oder auf einer Bohrinsel, um die Menschheit für ihre Dreistigkeit Generationen lang bezahlen zu lassen. Unterirdisch liegen Unmengen atomarer Abfälle verborgen, deren Halbwertszeit die Menschheit wahrscheinlich um ein Vielfaches überdauern wird.

Das ist wie die Geschichte des Zauberlehrlings, der seinem Besen besser nichts befohlen hätte. Es sind nicht immer nur die neuen Haushaltsgeräte, die besonders gut kehren. Auf manchen uralten, Sonne, Wind und Wasser, kann man fliegen, und das ist kein Hexenwerk. Über mir schwingt der riesige Rotor eines Windkraftwerks. Keiner kämpft mehr gegen diesen Riesen. Don Quichote reitet längst auf unserer Seite.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Baustellenerwachen

Mittwoch, 05. Mai 2010 von urb

Die Baustelle ist nicht etwa der Frühjahrsmüdigkeit zum Opfer gefallen, nein, viel beschäftigt musste sie etwas zurückstecken,  meldet sich aber hiermit zurück. Ich möchte an das Gespräch mit Jan Süselbeck über Literatur und Kritik erinnern und für eine littérature engagée eintreten, die auch in Zeiten der Wirtschaftskrise die richtigen Kurs kennt.

Die Baustelle erwacht. Foto: urb

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