Hyperbaustelle

2110 – Märchenunhold Makler

nov, 11. Mai 2110

Werte sind immer mit anderen Menschen verbunden. Es gibt sie nicht abgelöst davon. Alles gehört uns gemeinsam. Wir kommunizieren immer offen, weil es nichts gibt, was wir zurückhalten müssten. Wir bezahlen mit unserer Zeit, mit unseren Wissen und unseren Fertigkeiten, und wie die Menschen aller Zeitalter, am Ende mit dem Leben. In den Märchen fürchten unsere Kinder vor allem die finstere Figur des Börsenmaklers, obwohl sie sein hauptsächlich gebrauchtes Wort nicht verstehen: kaufen.

Wozu gab es früher eine Branche, die mit einem abstrakten Zahlungsmittel handelte? Und nicht nur das: Ihre im Grunde völlig überflüssigen Agenten machten die Ströme dieser Fetische zum eigentlichen Inhalt und lösten sie immer weiter vom Menschen und seinen Bedürfnissen ab. Warum gab es in diesem System vor allem negative Werte? Wieso verursachten Menschen sogenannte Schulden, sobald sie nur existierten? Warum rentierte man sich einfach nicht, ebensowenig sinnvolle Arbeiten? Was heißt, Zocken war Herrschaftswissen?

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 11. Mai 2010 um 11:29 Uhr von nov veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Tagebuch 2115 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Kommentare »

  1. Von den Zockern finden wir noch wenige in Hinterzimmern geschlossener Anstalten. Sie spielen dort energisch ihr Spiel mit dem virtuellen Geld von damals. Sie gewinnen immer. Einmal die Woche kommt ein Therapeut, der ihnen klarzumachen versucht, was ein Gewinn ist. Er gewinnt nie. Die Zocker bleiben daher in der geschlossenen Abteilung. Ein Gewinn für unsere Kinder, die glücklich im Sand sitzen und Steine tauschen. Sie werden sie nie bei ihren Müttern in Gummibären umsetzen können.

    Comment: vali – 12. Mai 2010 @ 08:03

  2. Im Widerspruch zu unserer gegenwärtigen Wirklichkeit riefen Bank-Manager damals die Jugend auf, selbst Investmentbanker zu werden, damit sich das Know-how auf mehr Leute verteile und so die wenigen Spezialisten mit nicht so hohen Boni gebunden werden müssten. Wirksame Scheuklappen, nenne ich das, es hätte bedeutet, den Teufel mit dem Teufel auszutreiben. Letztlich hat sich die Geschichte dafür entschieden, die Banker zu therapieren und in nützliche Berufe zu überführen. Die wenigen Untherapierbaren sitzen vor ihren Banko-Spielomaten und drücken auf plötzlich aufleuchtende Tasten. Denn im Grunde spielt der Automat das Spiel ganz allein. Sie wärmen sich an der Illusion, gewichtigen Einfluss zu nehmen.

    Comment: urb – 14. Mai 2010 @ 17:08

  3. [...] und die Form der elektronischen Beichte; und um den Unsinn einer Vernutzung des Menschen nach der Logik der Kapitalmärkte. Was wie ein gruseliges Märchen über Gewinnsucht klingt, hat vali in einem Kommentar [...]

    Pingback: Hyperbaustelle » Erneut im Mai | Utopie-Blog – 31. Mai 2010 @ 10:57

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