In Deutschland kommt der französische Philosoph Alain Badiou, wie seiner Zeit der Dekonstruktivismus, verspätet zur Wirkung. Er geht frei mit Denktraditionen um, hält am Projekt des neuen Menschen fest und erkennt das Politische als etwas, das in der Politik nicht mehr vertreten ist. Für ihn ist Kommunikation ohne progressive Leidenschaft und Zug zur Handlung ein Instrument für die Zementierung von Missständen.
Wie geschieht und was leistet utopisches Denken? »Antizipierte Realität« – den Vortrag des Philosophen Ernst Bloch gibt es als Podcast auf DRadio Wissen. Sollte man sich nicht entgehen lassen.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Aber was ist das, ein Wille? Neurophilosophie-Prof Metzinger weiß nicht, wie viel dieser wiegt und welche Farbe er hat. Und von Freiheit ganz zu schweigen. Denn diese ist ein Geräusch ohne Bedeutung, eine Halluzination unserer fremdbestimmten grauen Masse. Aber was ist das Fremde, das uns bestimmt? Der Wissenschaftler mit seiner Elektrode in unserem Sprachzentrum?
Bildgebende Verfahren entdecken die defekte Großhirnrinde.
Französische Philosophen scheinen der Freiheit auch das vorausdenkende Gestalten opfern zu wollen. In der Philosophie-Reihe auf Arte.tv wurde der Rechtswissenschaftler Frédéric Rouvillois, spezialisiert auf Staatsrecht sowie Ideen- und Repräsentationsgeschichte, befragt. Seine eindimensionale Antwort: Utopie = Faschismus!
Das gleichnamige Buch des Philosophen Ernst Bloch ist ein Abgesang auf die bürgerliche Weltordnung der Weimarer Republik. Im Zusammenbruch ist immer auch das »Neue« enthalten, das Blochs Meinung nach »besonders vertrackt« daherkommt. Aber das Neue kann auch im es Hemmenden gesehen werden, wie die Bundestagswahl zu vermuten nahelegt.
Die Bedeutung der Neurowissenschaften steigt, das Hirn versucht, in sich selbst zu blicken. Dabei lernen hoffentlich auch die Naturwissenschaften das “Ich-Sagen”.
Mechanischer Kopf von Raoul Hausmann, 1919, Foto: urb