Hyperbaustelle

Auswege finden (mit Alexander Kluge)

Donnerstag, 31. Dezember 2009 von urb

Wer kennt es nicht: Man arrangiert sich mit einer Situation, unter der man eigentlich leidet, und vernachlässigt es, Auswege zu suchen. Irgendwann holt einen das Ganze ein und wird zur echten Katastrophe. Die Dialektik von Ausweg und Ausbruch wurde in einem Gespräch zwischen »Freitag«-Redakteuren und Alexander Kluge untersucht. Kluge, die Verkörperung des deutschen kritischen Films und der Qualitätsgarant im deutschen Privatfernsehen, spricht sich für das in unserem Erbe enthaltene Klügere aus, für die Zukunft, die wir als Potenzial in uns tragen.

Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. (Walter Benjamin; Bild: Klee, Angelus Novus)

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Generation StefanSusanne

Mittwoch, 23. Dezember 2009 von urb

Wer schon in der Schule in übergroßen Klassen immer verwechselt wurde und nach dem Wirtschaftswunder aufgewachsen ist, hat die Ruhe weg: Hoffnung vorprogrammiert, könnte man sagen. Jedenfalls sieht man an den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er Jahre, dass man sich nicht zu verschärftem Konkurrenzverhalten treiben lassen muss, um sein Auskommen zu haben.

Kann man da noch von Alterspyramide sprechen? Die Ausbauchung in der Mitte, das sind die 1960er Jahrgänge. Quelle: Statistisches Bundesamt

Kann man da noch von Alterspyramide sprechen? Die Ausbauchung in der Mitte, das sind die 1960er Jahrgänge. Quelle: Statistisches Bundesamt

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Kleines Statistik-Weihnachtsgedicht

Sonntag, 13. Dezember 2009 von urb

Statistik hat etwas Poetisches, wie diese kleine Vorweihnachtsaufnahme zur Lage der Nation zeigt. Sie wurde aus aktuellen Meldungen zusammengestellt.

Weihnacht

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2109 – Barbarische Notschalter

Samstag, 12. Dezember 2009 von nov

nov, 12. Dez. 2109

Barbarische Urzeiten, als die meisten kritischen Stimmen aus dem Internet per Notschalter verbannt wurden. Angeblich wegen Urheberrechtsverletzungen. Dazu brauchte es nicht mal ein Gerichtsurteil. Barbarisch auch das natürliche Erscheinungsbild in dieser Zeit, als in den Breiten, in denen ich residiere, vor allem noch Fichtenwälder wuchsen. Saurer Regen und Klimawandel haben sie ausgeschaltet. Es gibt nur noch einige Exemplare in unseren Botanik-Museen. Bin heute im Schutzanzug durch den Brechnusswald spaziert. Gewächse, denen wir sehr viel verdanken. Sie gedeihen in der weltweiten Steppe und ihre Frucht liefert hochwertigen Treibstoff. Ihre Blätter halten die starke Strahlung ab. Im populären Liedgut ist der Brechnusswald ein Ort der Begegung zwischen Liebenden. Die Jugendlichen gestalten ihre Mutproben mit den Nüssen, deren Verzehr heftige Übelkeit bewirkt und in hohen Dosen tödlich wirken kann. Aber wir, besser gesagt unsere Botanik-Robots, pflegen diese Wälder wie Heiligtümer, weil wir wissen, was von ihnen abhängt.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Avatar – Rettung nimmt Gestalt an

Mittwoch, 09. Dezember 2009 von urb

In der Dezember-Ausgabe der epd-Film nimmt Gamesforscher Michael Liebe den neuen Film von James Cameron zum Anlass, die Rolle des Avatars zu überdenken. In Camerons 500 Millionen Dollar schweren 3D-Kracher wird der Avatar aus der virtuellen Umgebung in die reale Welt des Planeten Pandora verschickt – eine wirklich innovative Mutation des hinduistischen Gottes.

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2109 – Alles frei Haus

Sonntag, 06. Dezember 2009 von nov

nov, 6. Dez. 2109

Aber wozu überhaupt nach draußen? Seit die Menschen weniger vor die Tür gehen, sind kaum mehr Gewaltverbrechen zu verzeichnen. Es gibt alles frei Haus. Nahrungsmittellieferungen per Rohrpost, Kommunikation über das Netz, Reparaturen per Ferndienst. Die meisten Geräte warten sich selbst, da sollte man sich auch nicht einmischen. Was wir anfordern, bekommen wir, aber wer will sich schon die Bude vollmüllen. Geld wurde vor zwanzig Jahren abgeschafft. Wenn ich mich an die Geschichten meines Vaters erinnere … So um 2020 war das damals so genannte Internet eine Konsum-Ruine geworden, weil man für Inhalte bezahlen musste. Absichtliche Desinformation, unfassbar aus heutiger Sicht! Wie hieß die damalige Medienmafia doch wieder? Irgendwas mit hüpfen oder springen. Oder Berlusconti? Die hatten die ganze Welt im Griff, sagte mein Vater, und wuschen die Gehirne global mit Werbung für Dinge, die niemand brauchte. Das Einzige, was der Normalmensch da beisteuern durfte, war Anworten auf bescheuerte Quizfragen zu geben.

To be continued …

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