Hyperbaustelle

2110 – Viren, Wörter und Gefühle

nov, 20. Feb. 2110

Seit Bio- und Digitalneuronen direkt ineinander übergehen, sind Computerviren auch auf den menschlichen Organismus übertragbar. Im vergangenen Jahr habe ich mir eine Paraglosstrojaner eingefangen, der meine Lexik umstrukturierte. Ich verwendete nur noch Wörter mit weniger als fünf Buchstaben richtig. Bei allen anderen kam es zu peinlichen Verschiebungen: Bei jeder Begrüßung verabschiedete ich mich, Respektspersonen begegnete ich mit Schimpfwörtern und für meine eigene Person hatte ich ständig andere Namen: Gefräßiger Plapperkäfer von Traal, Babelfisch, Eccentrica Gallumbits, Oberbrülloffizier oder Ähnliches …

Nach einer Formatierung meines Sprachzentrums war dann alles wieder in Ordnung – aber was sage ich, seitdem habe ich das Gefühl, ich sehe mir beim Denken zu. Das Vokubular, das ich zu meiner täglichen Arbeit brauche, flutscht nur so. Aber waren da früher nicht noch Worte, die mir innerlich näher standen …

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 20. Februar 2010 um 21:34 Uhr von nov veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Tagebuch 2115 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Kommentare »

  1. @nov Die Idee mit dem Formatieren ist einfach genial. Auf die Weise hätten die Menschen die Krankheiten und auch das kriminelle Geschehen los! Man müsste nur noch die ungehorsamen Algorithmen in Griff bekommen…. Wenn sie, so zielstrebig wie sie sind, einmal das Herz erobern, dann bringen sie alles durcheinander…….

    Comment: Nina – 22. Februar 2010 @ 19:42

  2. Nina, bist du der Meinung, dass Algorithmen ungehorsam sind? Als Handlungsanweisungen sind sie doch eher zielstrebig und wollen beachtet werden. Eine elektronische oder ganz alltägliche Gehirnwäsche könnte ähnlich wirken. Sie ist nichts weiter als ein umfassender Algorithmus, der uns einfach plötzlich sagt: Wähl einfach mal FDP und du lebst in Freiheit und Reichtum! Oder kauf dir einen Hamburger bei McDonalds und du weißt, was Genuss ist! Oder finde es vollkommen richtig, dass ALG II-Empfänger noch viel weniger Geld kriegen, weil man ja schon bei der Arbeit fast nichts mehr verdient, während durch ein paar Selbstanzeigen Hunderte von hinterzogenen Steuermillionen auftauchen. Stell’ dir vor, du siehst dir bei diesem Denken zu und denkst dir: Komisch, dass ich so denke. Irgendwie macht mich das unruhig. Das Herz schlägt links und flattert. Mehr bleibt nicht! Gruß urb

    Comment: urb – 25. Februar 2010 @ 17:06

  3. Nein! Das menschliche Herz ist ganz besonders, es schlägt nicht nur links und flattert sondern empfindet und denkt, der Verstand fühlt. Kommt dir das irgendwie bekannt vor?
    Das was du beschreibst sind eher die Drehbücher – die Scripts. Die lassen sich aber umschreiben:” Kaute keinen Hamburger bei McDonalds – der ist ungesund. Schau dich lieber im Bioladen um.” oder” Halte Abstand zu Politikern – sind meistens selbstverliebte Wichtigtuer” LG

    Comment: Nina – 25. Februar 2010 @ 21:59

  4. [...] Tagebuch aus 2110 beschäftigte sich mit Optimierungen des menschlichen Großhirns (Viren, Wörter und Gefühle, Für den Körper lernen wir) und mit der Deutschen liebstes Kind, ihrem fahrbaren Untersatz: Ewig [...]

    Pingback: Hyperbaustelle » Februar-Kehraus | Utopie-Blog – 28. Februar 2010 @ 21:23

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