Hyperbaustelle

2110 – Partyholoschizophrenie

nov, 22. Jan. 2110

Die Party war angenehm. Die meisten Gäste hatten sich via Holoübertragung zugeschaltet. Gespräche leiden darunter absolut nicht, und der Bewirtungsaufwand hält sich in Grenzen. Immer wieder stellt sich allerdings die Frage: Was tut man mit den Besuchern, die durch die Haustüre gekommen sind. Sie geraten leicht ins Abseits, wenn ununterbrochen Holos eintreffen und sich euphorisch in den Vordergrund spielen. Kommt noch hinzu, dass sich die physisch Anwesenden wiederum als Holos an andere Orte senden. Du weißt nie, ob nicht gerade ein auf andere Räume konzentrierter Astralkörper vor dir steht. Dass eine Holographie als vorgefertigte Botschaft abgespielt werden kann und ihre Bewegungen am Übertragungsort nicht tatsächlich von ihrem Sender ausgeführt werden müssen, macht die Sache nicht gerade einfacher. Es soll Menschen geben, die an manchen Abenden an bis zu zehn Orten gleichzeitig unterwegs sind. Unter den Jüngeren ist das weit verbreitet: Die “Generation Partyschizophrenie” ist zu einem großen Teil in therapeutischer Behandlung.

To be continued …

Alle Tagebucheinträge von nov aus dem 22. Jahrhundert

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 22. Januar 2010 um 14:33 Uhr von nov veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Tagebuch 2115 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Kommentare »

  1. Oh nein, im 22. Jahrhundert rennen die Menschen immer noch zum Psychotherapeuten? Eine frustrierende Vorstellung. Ich dachte, da gibt es bereits einen austauschbaren Psychochip. Und die Menschen beamen sich einfach weg, ohne holographische Spuren zu hinterlassen oder schicken einen Avatar auf die Party. LG Nina

    Comment: Nina – 22. Januar 2010 @ 21:30

  2. Technik schafft eben genauso viel Verwirrung, wie sie Fortschritt bringt, was man im 21. Jahrhundert schon an den iPhone-Benutzern sehen konnte. Gut, mit der therapeutischen Behandlung habe ich vielleicht etwas übertrieben. nov

    Comment: nov – 22. Januar 2010 @ 23:22

  3. Also für meinen Geschmack zu viel Starwars in der Szene. Ich plädiere für technikfreie Zusammenkünfte – das müsste die Lehre sein, die wir aus der momentanen Situation ziehen müssten – sich auf sein Gegenüber konzentrieren, ohne technische Hilfsmittel dazwischen zu schalten. Grüße euch, Paul

    Comment: paul – 22. Januar 2010 @ 23:27

  4. [...] inzwischen etwas verändert: Am meisten wurde inzwischen auf Ruinen zugegriffen, Aqua Babel hat Partyholoschizophrenie auf Platz 10 [...]

    Pingback: Hyperbaustelle » Herbstlicher Hypertext | Utopie-Blog – 02. Dezember 2010 @ 13:27

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