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Funny liebt den Kapitalismus

Eine Tragödie mit Tragweite zur Entspannung zwischendurch: Funny van Dannen will den Kapitalismus lieben, aber es gelingt ihm einfach nicht. Soziale Kälte und Neanderthaler hin oder her: Glücklicherweise habe ich Karten geschenkt bekommen, um das Multitalent zu Wort und Gitarre auch noch sehen zu können.

Und hier noch einmal, zum Mitsingen und Mitklampfen:

Kapitalismus
h         G          A                         h         G                A

Ich will den Kapitalismus lieben, weil so viel für ihn spricht.
Ich will den Kapitalismus lieben, aber ich schaff’ es einfach nicht.

h                               G      A           (G)             h                           G        A     (G)
Dabei verdanken wir ihm eine Menge, wo wäre unser Wohlstand ohne ihn,
er ist das Element, das uns verbindet, er ist der Strang an dem wir zieh’n.
Er holt aus jedem von uns das Beste, hoch lebe die Konkurrenz,
wo gestern noch Trabbis stanken, fährt man heute BMW und Benz.

Doch was ich bin, das bin ich durch ihn, ich habe ihn verinnerlicht, na klar!
Der Kampf ums Dasein hält mich in Bewegung, sonst wär’ ich faul, na, ist doch wahr.
Es ist so oft die Rede von sozialer Kälte, aber die gab’s beim Neandertaler schon.
Jetzt haben wir wenigstens Heizung und warmes Wasser und Telefon.

Das liegt wahrscheinlich an den Scheiß-Verlierern, die sich immer auf andere verlassen.
Die ihr Leben nicht geregelt kriegen und mir ein schlechtes Gewissen verpassen.
Das liegt an dieser christlichen Erziehung, an dieser komischen Schwäche für die Schwachen.
Als ob das die besseren Menschen wären, da kann ich ja nur lachen!

Ich will den Kapitalismus lieben, denn er liebt mich ja auch.
Er hat mir so viel gegeben, ich hab’ alles, was ich brauch’.
Obwohl ich ihn so hasste, und ich habe scharf kritisiert.
Aber er hat ein großes Herz, er hat mich voll integriert.

Ich will den Kapitalismus lieben, ich hoffe, dass er das hört.
Ich will den Kapitalismus lieben, mit allem, was dazugehört.
Ich will den Kapitalismus lieben, ich will und kann es nicht,
und das wird so weiter gehn, bis einer von uns zusammenbricht.

Funny van Dannens offizielle Hompage:
http://www.funny-van-dannen.de

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Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 04. November 2009 um 00:40 Uhr von urb veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Musik / Kunst abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. [...] Liedermacher Funny van Dannen und Filmemacher Michael Moore ihre Liebe zum Kapitalismus begründen, mag zwar ironisch gebrochen [...]

    Pingback: Hyperbaustelle » Der kritische November | Utopie-Blog – 29. November 2009 @ 22:13

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