Hyperbaustelle

Nieder mit IT – Pigor rappt

Die IT-Branche hat leider nicht kapiert, dass sie uns dienen soll, und nicht wir ihnen. Wenn Pigor Rache für die gebrochenen Versprechen von IT fordert, spricht er vielen aus dem Herzen, und das mit einem Sprachwitz und einer schauspielerischen Glanzleistung, die Mut geben im Kampf gegen die Maschinen und den Jugendgerätewahn. Suchen wir den Button doch einfach nicht mehr.

Anschließend der Pressetext von Pigors Website, für schreibfaule Journalisten und Veranstalter, die sich einen Pressetext aus den Fingern saugen müssen:

So wie sie macht es keiner: Die gewitztesten Vertreter des deutschsprachigen Chanson à texte präsentieren ihr neuestes Programm. Espritgeladen und temporeich rappen, swingen und schnurren sie sich durch die mitteleuropäische Gegenwart. Sie wagen sich an Themen, an die sich sonst niemand herantraut.

Pulsierende Wortkaskaden: virtuos und treffsicher. Die ultimative Abrechnung mit der IT-Branche, maulenden Rentnern und inkompetenten Jungentscheidern. Pigor zetert, regt sich auf, über hustende Zuschauer, aber er singt auch den Blues des weißen Mannes, der auf der Suche nach der verlorenen Zeit erkennt, dass er sein Leben mit Kaffeeklatsch, Kindergeschwafel und Kleinkunst vertrödelt hat. Was  ihm bleibt, ist die die Hoffnung auf die nächste Generation die er mit einer hinreißenden ironisch-pathetischen Hymne besingt: „Die Kevins haun uns raus!“.

Begleitet wird Pigor von seinem Pianisten Benedikt Eichhorn, der in den letzten Programmen zuviel Oberwasser bekommen hatte und nun kräftig eins übergebraten bekommt. Insbesondere wird ihm das hoffnungslos gescheiterte Volumen 5 unter die Nase gerieben, das den absoluten Tiefpunkt in der Geschichte des Duos darstellte. Diese unsäglich schlechte Show mit dem Titel „Benedikt Eichhorn spielt auf, Pigor muss folgen“, war aber auch der einzige Ausrutscher, den sich die mit den höchsten deutschen und österreichischen Kabarettpreisen bedachten Berliner Kult-Chansonniers bisher geleistet haben. Eichhorns Stümpereien hatte Pigor nach der Vorpremiere in Clausthal-Zellerfeld sofort unterbunden.

Lachender Dritter im Dauerstreit ist Ulf, der sympathische DJ, der einen Pianisten wie Benedikt Eichhorn, hat er ihn erst einmal gesampelt, per Knopfdruck wegrationalisieren könnte. Wenn er wollte.

Lest mehr:
http://www.pigor.de/

Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 05. August 2010 um 22:24 Uhr von urb veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Literatur / Film abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Kommentare »

  1. Ok, suchen wir den Button einfach nicht! Enorme Leistung von Pigor, und im Urlaub habe auch ich mindestens drei Netzgeräte dabei! Gruß Paul

    Comment: paul – 09. August 2010 @ 13:50

  2. [...] rund um Herrn S. Zudem habe ich mich als Fan von Stefan Pigors kreativen Erregungen geoutet. »Nieder mit IT« hämmert es uns in die Hirne, wie wir uns von einem Herrschaftsdiskurs seit den 90ern knechten [...]

    Pingback: Hyperbaustelle » Herbstlicher Hypertext | Utopie-Blog – 02. Dezember 2010 @ 13:27

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